Die Puppe

Ein kleines Mädchen – es hieß Anne – hatte eine alte, abgewetzte, ganz unansehnlich gewordene Puppe. Mit der spielte es oft, es spielte lange und schön mit ihr. Die Freundin des Mädchens – sie hieß Charlotte – hatte viele Puppen, alle neu, eine schöner als die andere. Als Charlotte bemerkte, dass Anne so schön und liebevoll mit der alten Puppe spielte, die doch gar nicht mehr hübsch aussah, da bat sie ihre Mutter: „Kauf mir auch so eine Puppe wie die, die Anne hat!“ Denn diese Puppe musste etwas ganz Besonderes sein, sonst würde Anne nicht so lieb mit ihr spielen.

Die Mutter tat, worum sie gebeten worden war, und kaufte eine Puppe, die genauso aussah wie die von Anne, nur neu und noch nicht abgewetzt. Nun würde Charlotte genauso schön mit ihrer neuen Puppe spielen wie Anne mit ihrer alten.

Aber zum Erstaunen und zum Unwillen des Mädchens war die Puppe nichts Besonderes, es machte gar keinen Spaß, mit ihr zu spielen. „So ein blödes Ding!“, rief Charlotte und warf sie zu den anderen Puppen, die alle aussahen, als wären sie gerade erst gekauft worden.